Von befriedigend bis ungenügend

Die Fußball-Landesligisten vom Hochrhein haben eine durchwachsene Saison hinter sich – absteigen muss aber nur der SV Herten.

  1. Unten war der SV Herten auch in der Tabelle. Foto: mat

FUSSBALL. Nicht mit Ruhm bekleckert haben sich die Fußball-Landesligisten vom Hochrhein in der Saison 2011/12. Im FC Steinen-Höllstein, FC Zell und SV Herten krebsten drei Mannschaften lange Zeit auf hinteren Tabellenplätzen herum. Der SV Herten blieb am Ende ganz hinten, so dass aus dem gefeierten Bezirksliga-Aufsteiger nun nach nur einer Saison ein Landesliga-Absteiger wurde. Einzig der FV Lörrach-Brombach überzeugte in seiner ersten Spielzeit nach der Fusion von FV Lörrach und FV Brombach halbwegs.

Mit Tabellenplatz sechs und 47 Punkten kann der FV Lörrach-Brombach am Ende sicherlich zufrieden sein. Schließlich war die Runde von den Verantwortlichen des Vereins von Anfang an als Übergangssaison geplant und betitelt gewesen. Trainer Ralf Moser musste aus den Kadern von zwei Landesligisten und einigen Neuzugängen sowie Jugendspielern eine funktionierende Einheit formen, sicherlich keine leichte Aufgabe.

Was dabei auffällt: Jene Akteure, die vom ehemaligen FV Lörrach übrig blieben, sind mittlerweile an einer Hand abzuzählen. Von den sechs Spielern des ehemaligen FVL, die mit dem FVLB in die Runde starteten, hielten bis zum Schluss nur Ali Durmus, Eugen Eckermann und Sergej Triller durch. Peter Gerbershagen, Stanislaw Winter und Ali Evsin verließen die Mannschaft peu a peu.

Der Entwicklungsprozess beim FV Lörrach-Brombach spiegelte sich auch in der Tabelle wider. Nach der Hinrunde lagen die Brombacher noch auf Rang neun, fanden dann aber immer besser zueinander. Auch Neuzugänge wie Angreifer Vedat Erdogan, der vom Bezirksligisten FC Schönau gekommen war, benötigten eine Anlaufzeit – um am Ende mit Toren ihre Fortschritte zu dokumentieren. "Das Potential der Mannschaft ist noch nicht ausgeschöpft, da ist sicher noch Luft nach oben", sagt Trainer Ralf Moser, der überzeugt ist, dass der Prozess noch nicht abgeschlossen ist. Diese Aussage darf die Konkurrenz für die kommende Runde durchaus als Kampfansage werten.

Besser als in dieser Runde will sich auch der FC Steinen-Höllstein in der kommenden Runde präsentieren. Die Elf von Trainer Joachim Trautwein konnte den Klassenerhalt erst am vorletzten Spieltag perfekt machen. "Wir hatten am Anfang Probleme mit der Disziplin. Einige Spieler haben uns verlassen, aber die, die geblieben sind, halten zusammen", lautete das Fazit von Trautwein.

Besonders mit ihrer eklatanten Heimschwäche machten sich die Steinener das Leben selber schwer. Sie holten auf eigenem Platz nur 16 Punkte – lediglich die Absteiger SV Kirchzarten (12) und SV Herten (9) waren noch schlechter. Auswärts avancierten die Steinener dagegen zum Favoritenschreck und lehrten der einen oder anderen Spitzenmannschaft das Fürchten. Man sei zu Hause zu oft in Schönheit gestorben. "Irgendwann haben wir uns dann entschlossen, daheim so zu spielen, wie auswärts: Dem Gegner das Feld überlassen und auf Konter warten", erklärt Trautwein das Phänomen.

Spannend, spannender, FC Zell – erst am letzten Spieltag konnten die Schwanenstädter den Klassenerhalt feiern. Die Zeller litten unter den gleichen Problemen, die sie bereits in der Vorsaison geplagt hatten. Zwar lieferten sie ansehnliche Spiele, doch bei der Durchschlagskraft haperte es. Lediglich 42 Tore erzielten die Zeller, wobei Stürmer Ralf Kiefer 20 davon beisteuerte. Im Angriff müssen die Zeller gefährlicher werden, wenn sie in Zukunft die Nerven ihrer Anhänger etwas schonen wollen. Dem neuen Trainer Joachim Boos, der das Ruder von Kurt Schwald übernimmt, wird diese Baustelle sicherlich nicht verborgen geblieben sein. Bleibt abzuwarten, ob er die richtigen Hebel findet, um die Treffsicherheit zu erhöhen. Für Kurt Schwald war der Klassenerhalt letztlich ein versöhnlicher Abschied. Seine Arbeit habe durchaus Früchte getragen, ist er sich sicher: "Ohne meinem Vorgänger zu nahe treten zu wollen: Als ich hierher kam, haben wir gekickt, jetzt spielen wir Fußball."

Fußball wird auch beim SV Herten gespielt – in der kommenden Runde allerdings wieder in der Bezirksliga. Von Anfang an hatten die Hertener einen schweren Stand in der Landesliga. Verletzungspech führte zu einem veritablen Fehlstart, von dem sich das Team von Trainer Thorsten Szesniak nicht mehr erholte. Vom sechsten Spieltag an standen die Hertener auf dem letzten Tabellenrang.

Quelle: Badische Zeitung

 

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